Die Eiswürfel sind Publikumslieblinge 

Von Mandy Fürst

44 Gruppen mit 450 Tänzerinnen und Tänzern wetteiferten beim 9. Advents-Foucaults-Dance-Cup 2016 um die Titel

Ganz und gar nicht frostig zeigten sich die „Eiswürfel“, die IceCubes aus Hoyerswerda, beim 9. Advents-Foucaults-Dance-Cup 2016: Ihre Darbietung wurde mit dem Titel des Publikumslieblings bei den Jugendlichen / Erwachsenen belohnt. Bei den Kids, also den Jüngsten, holten sich die „Süßen Hüpfer“, die „Sweet Hoppers“ aus Weißwasser die meisten Stimmen der Besucher.

Ganz und gar nicht frostig zeigten sich die „Eiswürfel“, die IceCubes aus Hoyerswerda, beim 9. Advents-Foucaults-Dance-Cup 2016: Ihre Darbietung wurde mit dem Titel des Publikumslieblings bei den Jugendlichen / Erwachsenen belohnt. Bei den Kids, also den Jüngsten, holten sich die „Süßen Hüpfer“, die „Sweet Hoppers“ aus Weißwasser die meisten Stimmen der Besucher.

Das DDProjekt aus Dresden gewann bei den Adult Groups („Erwachsenen-Gruppen“) – und das mit der Tageshöchstwertung des Advents-Cups von 222 Punkten.

Wettkämpfe sind so eine Sache. Auch im Tanzsport. Gerade wenn die Jüngsten gegeneinander antreten. Die Bühne der Flüsterdebatten liegt zumeist hinter den Kulissen. Wer legt wie die Reihenfolge fest?, fragt man sich dort, und ist es gut, wenn unsere Gruppe als Erste/Mittelste/Letzte an den Start geht? Haben die anderen nicht zu viele ältere Tänzer in ihren Reihen? Ist die Choreo(grafie) noch HipHop oder doch schon Showdance? Und stiehlt eine Gruppe mit vielen erfahrenen Tanztrainern nicht den eigenen Schützlingen die Show? Und wie viel Sex-Appeal steht einem Schulwettkampf noch gut zu Gesicht?

Hochkarätig besetzte Jury

Bei jedem Tanzturnier bundes- und vermutlich weltweit werden Ausschreibungen, Abläufe und Ergebnislisten heiß diskutiert. Und auch beim Foucault-Advents-Dance-Cup in Hoyerswerda geht sie regelmäßig auf Reisen, die stille Post von Zweifel und Kritik. Manchmal erreichen die Botschaften auch die Veranstalter. Im Fall des Advents-Cup sitzen im Organisationsteam Schülerinnen und Schüler des Leon-Foucault-Gymnasium Hoyerswerda sowie Tänzerinnen, Tänzer und Vorstandsmitglieder vom Tanzclub Schwarz-Gold, der unter dem Dach des Sportclubs Hoyerswerda zuhause ist. Sie setzen gern einen Lokalmatadoren an den Anfang der Startaufstellungen. So fühlt sich kein auswärtiges Team benachteiligt. Sie stellen aus den eigenen Reihen die zahllosen Helfer, die die achtstündige Veranstaltung abwickeln, und sie suchen eine kompetente Jury von außerhalb. An diesem Sonnabend saßen der regional umtriebige Breakdance-Lehrer B-Boy Bremi aus Spremberg, die Tanzpädagogin Franzi, die Nürnberger Ausbilderin mit Turniertanzerfahrung Diana Hannak und aus den Reihen des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbandes (ADTV) die Leistungstrainerin Anita Bauer und der international agierende Instructor Uwe Jawinski auf den Wertungsrichterplätzen. Da der Advents Cup in erster Linie eine Schulveranstaltung ist, lernen seine Macher unter pädagogischer Begleitung stetig dazu. Die Juroren suchen mittlerweile in sieben Kategorien die Besten aus 44 Gruppen mit 450 Tänzerinnen und Tänzern.

Stimmung wie beim Handball

Beobachtet werden sie dabei von aufmerksamen Gästen auf den stets dicht besetzten Rängen der BSZ-Sporthalle an der Konrad-Zuse-Straße 5. Die dort bei Spielen des Lausitzer Handball Vereins (LHV) tobenden Anhänger könnten ihre Mannschaft wohl kaum eindringlicher anfeuern, als das Publikum des Advents-Cup dies mit seinen Akteuren tut. Mit dem Unterschied, dass Schiedsrichter beim Handball das Ergebnis „er-zählen“ können. Tanz aber ist außerhalb der sichtbaren Zeichen von Körperspannung, Kraft und Ausdauer eine ziemlich subjektive Angelegenheit. Wie genau Choreografie, Synchronität, Ausstrahlung, Musik und Kostüme bewertet beziehungsweise bepunktet werden, liegt im Auge der Betrachter. Jenen in der Jury und jenen auf den Rängen. Darum haben die Advents Cup-Entwickler auch in der 9. Auflage zwei Publikumslieblinge ausgerufen. Im Kids-Wettbewerb mit sechs Teams am Vormittag können die „Sweet Hoppers“ aus Weißwasser den Titel einheimsen und ihre überzeugende Tribute-von-Panem-Reproduktion „Destrikt 13“ ein zweites Mal zur Aufführung bringen. Am Nachmittag holen die „IceCubes“ aus dem „Teens Groups“-Teilnehmerfeld die meisten Zuschauerstimmen. Sie waren außerdem in kleinerer Formation als „Ice Girls“ auch im „Showdance“ zum ersten Mal für den Ausrichter TC Schwarz-Gold am Start.

Und da schwirren sie wieder durch die Luft, Stimmen: „Gebt doch einfach jedem Zuschauer an der Kasse eine Karte für die Abstimmung zum Publikumsliebling in und an die Hand!“ Dann sind Manipulationen nahezu auszuschließen. Auch diese Stimmen werden bei der Planung für den 10. Cup in 2017 sicher Beachtung finden.

Beliebt und gehasst: Startplatz 1

Und was ist eigentlich aus den Reihen derer, die es ganz direkt angeht, zu hören? „Ich bin immer gerne auf Startplatz eins“, sagt Tony Schwadtke, Trainer der „HoyWoy Kids“, die den Wettbewerb eröffnet haben. Der Achtzehnjährige findet, wenn man „richtig reinhaut, kann man auch als Erster richtig gut Eindruck machen.“ Tony wurde später noch mit den Hoyerswerdaer „Pimkies“ in der Kategorie „Adult Groups“ Dritter und mit den „DDProjekt“ aus Dresden im gleichen Feld Sieger.

Das Dabeisein zählt vor allem

Saskia von den „HoyWoy Kids“ tanzt nicht so gern am Anfang; ihre Freundin Kandy findet es dagegen gut, Auftritt und Aufregung schnell hinter sich zu haben. Sebastian Jonack durfte als Tänzer vom TC Schwarz-Gold sowohl im Wettbewerb für die Newcomer „IceCubes“ als auch für mehrere Nummern im traditionell vom SC präsentierten Rahmenprogramm auf die Fläche – und geht am Ende gar mit einer Knöchelverletzung vom Parkett … Der 16-Jährige Turniertänzer empfindet den Ausflug in die HipHop-Szene als Motivationsschub, bangt nun aber um sein Fußballspiel für den SV Zeißig in zwei Wochen.

So sind die Welten, aus denen heraus gelobt und kritisiert wird. Sicher ist, dass sich die Schüler und Lehrer auch die Vorbereitung des 10. Foucault Advents Dance Cup zu Herzen nehmen werden. Und wenn DDProjekt aus Dresden sich über den Sieg bei den „Adult Groups“ so freut, als wären sie gerade mal wieder Welt- oder Europameister geworden, und die dreizehnjährige Lilly Loeber, die mit den „IceCubes“ Publikumsliebling und mit den „IceGirls“ Dritte im „Teens Showdance“ geworden ist, sagt „Tanzen ist für mich nicht nur Leidenschaft. Tanzen ist mein Leben“, bewegt sich auch ein Tanzwettbewerb in einem Raum von Toleranz und Respekt, den er in Schwingung bringen sollte. Dabei sein ist schließlich alles!

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